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  • November 2026

Ringen um Deutschland: Warum wir unsere Grundlagenforschung erneuert haben

Aktuell wird in Deutschland von einer Zäsur gesprochen, alte Gewissheiten der Bundesrepublik scheinen zu schwinden. Für viele fühlt es sich so an, als sei unser Land inmitten einer Dauerkrise vom Kurs abgekommen. In unserer neuen Grundlagenstudie „Ringen um Deutschland“ ergründen wir, wie Menschen derzeit auf unser Land schauen, wo sich ihre Perspektiven überschneiden und wo sie sich unterscheiden – und welche Potenziale für gemeinsame Zukunftsgestaltung darin stecken.

Vom „Wartestand“ zur Dauerkrise

2019 haben wir Deutschland als eine Gesellschaft „im Wartestand“ beschrieben: anscheinend stabil, aber mit Defiziten in ihrer kollektiven Handlungs- und Zukunftsfähigkeit. Seither ist die Liste an Krisenerfahrungen länger geworden: die Corona-Pandemie, Krieg (nicht nur) in Europa, massive Teuerungsschübe, eine langanhaltende Wirtschaftsflaute und eine zunehmende Verunsicherung in der Frage, was im Digitalzeitalter Wahrheit und was Lüge ist.

Was 2019 noch ein komfortabler „Wartestand“ schien, ist längst einem Gefühl von Dauerkrise gewichen. 80 Prozent unserer Befragten finden derzeit, dass Deutschland in die falsche Richtung steuert, 71 Prozent fällt es schwer, an eine bessere Zukunft zu glauben. Wenn das Lebensgefühl großer Teile der Bevölkerung durch einen solch tiefen „Deutschland-Blues“ geprägt ist, muss dies adressiert werden.

Eine Geschichte der Eintrübung und der Ambitionen

Unsere Studie erzählt die Geschichte einer gesellschaftlichen Eintrübung, mit viel Kritik und vielen Sorgen. Dabei bleibt unsere Analyse aber nicht stehen: Sie will dazu ermutigen, breit geteilte Problembefunde und negative Emotionen nicht als Hindernis, sondern als Antrieb zu sehen. Denn in den Köpfen vieler Befragter ist weiterhin die Idee eines leistungs- und strukturstarken, ausgleichenden und demokratischen Landes. Nur eben mit dem Gefühl, dass die Realität mit diesem Anspruch nicht mehr mitkommt. Wenn Menschen gefragt werden, was unser Land dringend braucht, stehen u. a. Lohngerechtigkeit und Solidarität ganz oben, noch vor vielen anderen Anliegen.

Zugleich zeigt unsere Forschung: Man kann mit (fast) allen Menschen ins Gespräch kommen – auch mit jenen, die unserem Gemeinwesen derzeit besonders kritisch, misstrauisch oder bezugslos gegenüberstehen. Wer genau hinschaut und zuhört, entdeckt breit geteilte Werte und Anliegen, an die sich anknüpfen lässt.

„Eine Demokratie lebt auch von der Unzufriedenheit von Menschen, die sich mehr von ihr erwarten. Entscheidend ist, ob daraus Handlungsfähigkeit wird. Die Menschen haben Ambitionen für dieses Land. Was fehlt, ist das Zutrauen in die kollektive Gestaltungskraft.“
Jérémie Gagné, Forschungsleiter

Eine neu geeichte Linse

Nach sieben Jahren war es Zeit, unsere „Linse“ neu zu eichen – inhaltlich wie methodisch. In nahezu anderthalb Jahren haben wir gemeinsam mit Infratest dimap und Ipsos über 6.000 Menschen aus allen Ecken der deutschen Gesellschaft befragt.

Das Ergebnis sind sieben gesellschaftliche Typen, die in der gesellschaftlichen Dynamik vier unterschiedliche Rollen übernehmen: die Systemstützer, die Hinterfrager, die Ankläger und die Unsichtbaren. Wie sie miteinander um die Deutung unseres Landes ringen, zeigen wir in der Studie. Wer More in Common schon länger verfolgt, wird manches wiedererkennen und von manchem überrascht sein.

Für alle, die Zutrauen stärken wollen

Mit der Studie richten wir uns an alle Akteure, die das Zutrauen in kollektive Gesprächs- und Handlungsfähigkeit wieder stärken wollen. Wir wollen praxisorientiert dabei helfen, die Dynamiken der deutschen Gesellschaft zu verstehen, Menschen zu erreichen und zu verbinden. Alle Kernbefunde und die Studie zum Herunterladen stehen auf der Publikationsseite.

Unser Gesellschaftsquiz

Passend zur Studie haben wir natürlich auch unser Gesellschaftsquiz erneuert: Mit dem Quiz könnt ihr herausfinden, welchem der sieben gesellschaftlichen Typen ihr am nächsten seid. Zudem stellen wir auf der Quizseite alle Typen und ihre Perspektiven nochmal genauer vor.

Launch-Webinar am 18. November

Im Webinar stellen wir euch die wichtigsten Ergebnisse unserer Forschung und die sieben neuen gesellschaftlichen Typen vor. Wir diskutieren außerdem zentrale Fragen unseres Miteinanders: Was verbindet und was trennt Menschen in unserem Land? Wer steht sich nahe, wer steht sich gegenüber? Wie können aus diesen Erkenntnissen neue Zukunftsräume entstehen? Und was bedeuten die Ergebnisse für all jene, die Gesellschaft gestalten wollen?

Sharepic: Webinar "Ringen um Deutschland" 18. November 2026

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