Unser Forschungsansatz

Meinungsforschung

Jede unserer länderspezifischen Studien beruht auf groß angelegten Meinungsumfragen, die auf Basis von repräsentativen Bevölkerungssamples durchgeführt wurden. Wir arbeiten dafür mit führenden Meinungsforschungsinstituten wie YouGov, Ipsos und Kantar zusammen. Die Erhebungen werden teils online, teils telefonisch durchgeführt, um sicherzugehen, dass die Bevölkerung bestmöglich abgebildet wird. Mögliche Abweichungen wurden durch anschließende Gewichtungen behoben.

Cluster Analyse

Traditionelle Meinungsforschung betrachtet Gesellschaft in erster Linie auf Basis von Parteizugehörigkeiten und demografischen Variablen. More in Common will diesen Blick bewusst erweitern, und verstehen, wie Weltanschauungen und Grundüberzeugungen unsere Einstellungen formen. Auf Basis unserer Umfragen haben wir mittels sogenannter „Cluster Analysen“ Bevölkerungssegmente identifiziert, die ähnliche Einstellungen und Überzeugungen an den Tag legen. Um diese Segmente zu identifizieren haben wir mit professionellen Statistikern zusammengearbeitet, und Methoden wie K-means, agglomerativ hierarchische Clusteranalyse und Hauptkomponentenanalyse verwendet.

So konnten wir beispielsweise in mehreren Ländern eine liberale und kosmopolitische Gruppe identifizieren, die tendenziell urbaner, gebildeter, säkularer und stärker in sozialen Fragen engagiert ist und die fest an die Menschenrechte, Vorteile von Einwanderung und die Bedeutung des Umweltschutzes glauben. Mit Hilfe des Segmentierungsansatzes können wir Querverbindungen ziehen und so ein vollständigeres Bilddavon gewinnen, wie unterschiedliche Überzeugungen zusammenspielen.  Besonders in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung, in denen zunehmend „Filterbubbles“ und Untergruppen aus ähnlich denkenden Menschen entstehen, ermöglicht dieser Ansatz neue Einblicke, die traditionelle, z.B. rein soziodemographisch angelegte Ansätze so nicht bieten können.

Qualitative Forschung

Ein großer Teil unserer eigenen Lernerfahrung kommt jedoch auch dadurch zustande, dass wir mit den Menschen reden. Für jede unserer größeren Studien führen wir neben den quantitativen Erhebungen auch Einzelinterviews und/oder Fokusgruppen durch. Dies erlaubt uns, menschliche Argumentations- und Kommunikationsmuster ganzheitlicher zu erfassen: Überzeugung, Zweifel, Gleichgültigkeit und Verwirrung werden in unseren qualitativen Erhebungen greifbar. So ergänzen sich quantitative und qualitative Erkenntnisse ideal, um der Komplexität unserer Gesellschaft gerecht zu werden.

Zusammenarbeit mit Universitäten

Um sicherzugehen, dass unsere Studien neue und wertvolle Einsichten hervorbringen, arbeiten wir mit Akademikern und Experten aus der Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie zusammen. Diese Partnerschaften erlauben es uns, unsere Erkenntnisse besser an den akademischen Forschungsstand anzuknüpfen, und darauf aufzubauen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben wir beispielsweise Methoden wie den ‚Implicit Association Test‘ (entwickelt an der Harvard University) und die ‚Moral Foundations Theory‘ (entwickelt von Dr. Jonathan Haidt) in unser Instrumentarium aufgenommen. Der regelmäßige Austausch mit Forschern hilft uns, unsere Forschungsmethoden auf dem vordersten Stand zu halten, und uns mit den neuesten Erkenntnissen auseinanderzusetzen.